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How to Übernachten im Wald mit Kindern?

“Raus in die Natur” – damit verbinden wir so viel! Frische Luft tanken, ein strahlend blauer Himmel über uns, verschiedene Grüntöne an denen wir uns sattsehen können, Bienen summen vor sich hin, Insekten krabbeln um uns herum und wir sind locker und leicht mitten drin. Der Wald ist dazu perfekt, denn die Umgebungsgeräusche werden zusätzlich herausgefiltert und mit wenigen Schritten sind wir weit weg vom Alltag. In diesem Blogartikel erfährst du, wo es leicht möglich ist, im Wald zu übernachten, was du unbedingt einpacken solltest und wie du dieses kleine Abenteuer planst, damit es rundum gelingt.

Mit 11,4 Millionen Hektar Waldfläche ist Deutschland zu knapp ein Drittel mit Wald bedeckt und sind wir erstmal im Wald, spüren wir schnell wie gut er uns tut.

Die Kinder spielen zufrieden mit Ästen, Steinen, Blättern und allem, was sie finden können. Sie erfinden die spannendsten Geschichten und wir sehen ihnen dabei zu, lehnen uns zurück und stellen mal wieder fest wie wenig es braucht, um glücklich zu sein. Am liebsten würden wir ja gleich da bleiben, Zelt aufschlagen und im Wald übernachten. Eine Nacht im Wald verbringen? Das klingt nach Abenteuer! Nach Auszeit! Nach Lagerfeuer-Romantik und einem richtigen Ausgleich zum Alltag. Aber ist das in Deutschland erlaubt? Eindeutig: Nein! In Deutschland ist wildes Zelten verboten! Abhilfe schaffen einige Trekkingplätze, an denen das Übernachten im Wald mit Zelt offiziell erlaubt ist.

Trekkingplatz im Wald? Was ist das denn?

Trekking- oder Biwakplätze sind einfache Plätze, die minimalistisch ausgestattet sind. Ein paar Dinge sind völlig anders gegenüber einem Campingplatz, denn meist:

  • gibt es nur bestimmte Flächen zum Zelt aufstellen und ein Zelt soll für maximal 2-3 Personen ausgelegt sein
  • ist eine Feuerstelle für Lagerfeuer oder Gaskocher vorhanden (ACHTUNG nicht bei Waldbrandgefahr benutzen!)
  • ist ein Plumpsklo vor Ort (Kompost-Toilette genannt, Toilettenpapier ist mitzubringen)
  • kannst du nur 1 Nacht auf einem Platz übernachten
  • musst du dich anmelden und vorher buchen
  • gibt es nur eine bestimmte Anzahl von Plätzen, um die Natur zu schonen
  • sind sie nur zu Fuß erreichbar
  • soll der genaue Standort geheim bleiben
  • sorgst du selbst für deine Wasserversorgung
  • nimmst du deinen Müll wieder mit

Viele Plätze sind begehrt und du solltest rechtzeitig buchen. Die genauen Koordinaten erhältst du mit deiner Buchung, z.B. vom zuständigen Tourismusverband, der den Platz betreut (siehe dazu die Links zu den Buchungsmöglichkeiten weiter unten). Wichtig ist: Die Plätze sind nicht dazu da, ein komplettes Wochenende dort zu verbringen, sondern von Platz zu Platz zu ziehen und die Natur zu genießen.

Wo gibt es denn diese Trekkingplätze?

Einige Tourismusverbände und private Anbieter sind mittlerweile vertreten und bieten solche Plätze an. Hier kommt eine Auflistung der Regionen in alphabetischer Reihenfolge:

Covid-19 bedingte Einschränkungen sind bei den Plätzen möglich – bitte beachte die Hinweise der Betreiber!

In Brandenburg und Schleswig-Holstein sind die Plätze über das komplette Bundesland verstreut und oft in Kooperation mit Privatpersonen entstanden:

Wie kannst du konkret starten? 3 Praktische Tipps und 3 Stolpersteine für das Übernachten im Wald

Tipp 1: Auswahl von Route und Platz 

Suche dir für den Anfang ein Gebiet raus, welches du gut erreichen kannst und in welchem die Abstände zwischen den Plätzen so gestaltet sind, dass du sie leicht bewältigen kannst. Gerade wenn du mit Kindern unterwegs bist, starte am besten mit einem Mikroabenteuer. Weitere Ideen für Mikroabenteuer mit Kindern findest du in diesem Blogartikel.

Ein Mikroabenteuer zeichnet sich dadurch aus, dass du auch die Nacht draußen verbringst und es maximal 72 Stunden dauert – also ideal für ein Wochenende. Es ist leicht umzusetzen und sollte für den Anfang nur kleine Herausforderungen enthalten. 

Wähle zum Beispiel nicht gleich eine Tour zu mehreren Plätzen aus, sondern laufe mit deinen Kindern nur einen Platz zum Übernachten im Wald an. Nach einer Nacht draußen, geht es wieder nach Hause. Durch diese kleine Tour lernst du dich gut kennen und kannst besser einschätzen, wie deine Kondition ist. Für uns Eltern ist es wichtig, nicht an unser Limit zu gehen! Im Fall des Falles müssen wir über ausreichende Kraft und Nerven verfügen, wenn mal etwas schief geht. Lies dir daher in Ruhe mögliche Routenbeschreibungen zu den Plätzen genau durch und wähle im Zweifel die weniger anstrengende Route für eure Abenteuer aus. Schaue auch nicht nur auf die Übersichten zur Gesamt-Strecke! Denn bei den Plätzen mit unbekannten Koordinaten findet sich im Text solche Angaben wie:

„Beachtet dass Ihr vom Schwimmbad noch ca. 3 Kilometer einplanen müsst bis Ihr dann auf Trekkingplatz Nr. 4 ankommt“*

Nachdem du einen guten Platz und Route ausgewählt hast, buchst du diesen für den gewünschten Termin und kannst dich dann mit eurer Packliste beschäftigen.

Tipp 2: Packliste für das Übernachten im Wald 

Um nicht gleich komplett „ohne Dach“ im Wald zu übernachten, ist ein Zelt hilfreich. Die Trekkingplätze sind nicht für große Familienzelte ausgelegt, daher ist eine Zeltgröße für 2-3 Personen ideal. Isomatte und Schlafsack für jeden gehört dazu. Falls du keine Ausrüstung hast und erst einmal ausprobieren möchtest, kannst du dir die Utensilien leihen. Bei Freunden fragen ist eine Möglichkeit oder zum Beispiel bei www.rent-camping.de vorbei schauen und sich Ausrüstung leihen.

Entsprechende Kleidung wie eine Trekkinghose, Wanderschuhe, Socken, Funktionsshirt und ggf. Thermo-Unterwäsche, je nach Wetterlage, gehören genauso dazu wie das Zelt. Zwiebel-Prinzip ist angesagt, damit du möglichst flexibel bist.

Zur Packliste gehört selbstverständlich auch die Verpflegung und der Wasservorrat! 

Tipp 3: Verpflegung für das Abenteuer “Übernachten im Wald”

Bei den ersten Touren ist es praktisch, wenn die Hauptmahlzeit unterwegs möglich ist. Gelegenheiten bieten zum Beispiel die bewirtschafteten Hütten von Wandervereinen und Naturfreundehäusern. Vorausgesetzt diese Versorgung ist gut machbar, solltest du trotzdem ein klein wenig einpacken und aus dem Rucksack zaubern können. Vielleicht haben die Kinder ausgerechnet dann keinen Hunger, wenn das Essen serviert wird. Daher sei auf solche Situationen vorbereitet und pack etwas ein. Ideal für eine Rucksack-Küche ist Couscous. Du kannst die entsprechende Menge zu Hause in einer Box abfüllen, Gewürze dazu geben und je nach Geschmack und Vorlieben weitere Zutaten hinzufügen. Es eignen sich zum Beispiel getrocknete Tomaten, Pilze, Röstzwiebeln und gehackte Nüsse. Am Trekkingplatz angekommen, wird nur noch Wasser mit einem Gaskocher aufgekocht oder aus einer Thermoskanne entnommen und alles zum Quellen gebracht. Falls du es lieber süß magst, ist Couscous ebenfalls eine gute Grundlage. Mit gerösteten Mandelsplittern, etwas Milchpulver, Rosinen oder andere getrocknete Früchte, Zimt und eine Prise Salz ist genauso ruckzuck eine leckere Mahlzeit gemacht. Packe unbedingt eine heimliche Notration ein! Das kann die Extra-Nussmischung, die Gummibärchen-Packung, die Spezial-Cracker oder etwas anderes sein, was sich gut transportieren lässt. Gerade bei Wanderungen mit Kindern wird der Moment kommen, in dem du diese Notration brauchst. Wichtig ist: heimlich einpacken, so dass nur du davon weißt! Ebenso an ausreichend Wasser denken, denn die wenigsten Trekkingplätze haben eine Versorgung mit Trinkwasser.

Und was ist, wenn etwas schief läuft? Gibt es typische Stolpersteine, die du umgehen kannst? Ja, aus meiner Sicht gibt es diese und du kannst sie leicht vermeiden:

Stolperstein 1: zu viel Gepäck mitnehmen

Das komplette Gepäck wird getragen, daher ist es wichtig, nur die notwendigste Ausstattung mitzunehmen. Jedes Gramm zu viel, kann dazu beitragen, dass die Laune in den Keller sinkt. Daher überlege bei jedem Gegenstand, ob dieser unbedingt dabei sein MUSS. Trage alles in einer Packliste ein und werte bei der Rückkehr aus, ob es Dinge gab, die absolut nicht gebraucht wurden. Diese können meist bei der nächsten Tour zu Hause bleiben.

Stolperstein 2: Motivationstief während der Tour

Der Start ist geschafft, ihr seid unterwegs. Der Antrieb ist hoch und die ersten Meter zieht ihr gut gelaunt los. Vielleicht ist es zu heiß oder ein Kind hat nicht genug gefrühstückt. Vielleicht hast du keine Lust mehr, deine Familie mit Kinderliedern bei Laune zu halten oder es ist etwas ganz anderes, was die Motivation von allen komplett in den Keller hat sinken lassen. ZEIT für eine PAUSE. Zaubere jetzt die heimlich eingepackte Notration aus dem Rucksack und lenke die Aufmerksamkeit auf etwas Schönes und Spannendes um: Interessantes am Wegesrand, ein Kletterbaum finden, schnitzen am Abend, Geschichten erzählen im Zelt. Du wirst sehen, dass nach der Pause die Motivation wieder voll da ist und das Weiterlaufen von alleine funktioniert.

Stolperstein 3: Angst vor Wildschweinen und Krabbeltieren

Mitten in der Natur sein bedeutet, dass du dich in die Welt der Insekten und der heimischen Tierwelt hinauswagst. Ich bin kein großer Fan von Spinnen und anderem Getier, aber es ist auch nicht so, dass wir mit giftigen Schlangen, Fröschen oder gefährlichen Tieren rechnen müssen. Jegliches Essen muss verschlossen gelagert werden, damit keine Wildschweine angelockt werden, aber das versteht sich von selbst. Die Krabbeltiere kannst du aus dem Zelt ausschließen, indem der Insektenschutz konsequent geschlossen bleibt. Bedenke bei den Wildschweinen, dass diese mehr Angst vor uns Menschen haben als wir vor ihnen. Mach dich bemerkbar und Hunde sind an der Leine zu halten, damit sie im Wald nicht auf dumme Gedanken kommen. Weitere Infos zu Wildschweinen findest du im Blog von ausgebüxt.

Fazit

Übernachten im Wald ist ein kleines Wagnis! In heimischen Gefilden sind die Herausforderungen gleichzeitig überschaubar und lassen uns aus unserem Alltag heraustreten und als Familie zusammenwachsen. Diese Erfahrung gibt uns die Sicherheit, dass wir die nächsten Abenteuer ebenfalls gut bewältigen werden und bald können wir die Touren ausdehnen.

Extra-Tipp: Übernachten im Wald ist dir noch zu gruselig? Wie wäre es mit einer Nacht im Zelt im Garten? Oder im Schlafsack auf dem Balkon oder auf der Terrasse? Das wäre doch sicher ein machbares Mini-Mikroabenteuer!

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