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Mein Weg in die (Teil)-Selbständigkeit

„Mein Weg in die Selbständigkeit“: Hatte ich zu Jahresanfang 2020 bereits eine Vorstellung davon, was ich gerade mache? Vor ein paar Wochen malte ich mir nicht aus, einen eigenen Blog über Slow Travel & nachhaltiges Reisen zu starten. Geschweige denn von einem Newsletter, den ich liebevoll Schneckenpost nenne.

An einer Homepage zu basteln, stand ebenfalls nicht auf meiner To-Do-Liste für 2020. Die Durchführung eines Online-Beta-Kurses, mit allen möglichen Themen rund um nachhaltiges Reisen und richtigen, echten Teilnehmern, auch nicht.

Wie fing meine Selbständigkeit an? 

Es ist Ende 2019/Anfang 2020 – der klassische Zeitraum zwischen den Jahren. Das ist für mich die Zeit, um mein Bullet Journal (BuJo) zu durchforsten, einen Rückblick zu schreiben und Pläne fürs kommende Jahr zu schmieden. Eine Übung hatte ich aus einem anderen Format übernommen und nutze sie jährlich im BuJo.

Die „Das will ich erreichen“-Übung mit einer Einteilung in drei Kategorien: Die nächsten 12 Monate, Irgendwann, Im Leben. Da steht dann bei mir so etwas wie zum Beispiel „fester Platz im Kalender für Familientouren in die Natur“, „viele Bücher gelesen haben“, „mehr Sport“, „Fährtentraining mit dem Hund“. Manches davon wanderte in die Kategorie der 12 Monate und ich schrieb Details dazu auf.  Wenn ich auf diese Seiten im BuJo zurückblättere, rund 5 Monate später, schmunzle ich. Unter „Irgendwann“ steht der Stichpunkt „berufliches Nebenprojekt entwickelt haben, mit Platz für viel Kreativität & Unabhängigkeit“.
Das ist ja mal ein Ziel. Stand ja unter „Irgendwann“, daher folgten keine Details im 12-Monatsplan. Was heißt aber „Irgendwann“?

Was heißt „Irgendwann“?

Der Gedanke an Kreativität und Unabhängigkeit hat mich nicht losgelassen. Ich verbinde mit diesen beiden Wörtern eine ganze Menge mehr: Freiheit, Weite, Ausprobieren, Staunen und Experimentierfreude. Geballt erlebe ich das auf unseren Reisen. Ich bin gerne unterwegs. Draußen in der Natur, mit viel Grün, aber auch in der Stadt, in Museen und auf Konzerten.

Vor rund 10 Jahren bin ich als Chemikerin in der Pharma-Welt gelandet, liebe meinen Job und bin rundum glücklich bei meinem Arbeitgeber, mit meinem Chef, mit dem nächsthöheren Chef und ja, ich finde unser oberstes Führungsteam sympathisch, authentisch und die Zusammenarbeit mag ich. Ich habe die allerbesten Mitarbeiter, die ich mir wünsche. Ist doch alles gut? Stimmt! 

Was ist dein „weg von“ und dein „hin zu“?

Diese Frage stellt Michaela Schächner in ihrer Blogparade „Mein Weg zur Selbständigkeit“. Mein „weg von“ ist ein weg von starker, aber notwendiger Regulierung in der Pharma-Welt. Mein „hin zu“ ist ein hin zu einem Projekt mit mehr Kreativität & Unabhängigkeit. Zumindest nebenher. Dazu kommt, dass ich seit rund 5 Jahren an einem Projekt arbeite, das mir einiges abverlangt.  Irrungen und Wirrungen wie in einem durcheinander geratenen Wollknäuel mit unklaren Strängen prägen diese Zeit.  Manchmal ist das Projekt monatelang nicht gegenwärtig und hat sich in den Hintergrund zurückgezogen, aber wenn es wieder anrollt, dann ist es wichtig, jedes Detail aus 5 Jahren sofort präsent zu haben.
Wann ist also Zeit für „Irgendwann“? Jetzt? Aber ich bin doch gar nicht vorbereitet!

Wie starte ich in die (Teil)- Selbständigkeit?

Wenn mir Kreativität und Unabhängigkeit wichtig sind, dann muss ich mir das erschaffen. Nur wie? Ich hatte keinen Plan.
Klar war: online – weil unabhängig von Ort und Zeit
Klar war auch: dass ich nur mit Unterstützung dieses Projekt angehe, in meinem Tempo und zumindest mit dem Ziel, einen groben Plan zu bekommen.
Ich schrieb mich bei Sigrun in ihr Online-MBA-Programm ein und bin überrascht, wie eins zum anderen kommt. Spannend, wem ich alles begegne, wie schnell sich Verbindungen entwickeln und Projektideen entstehen. Als ob ich meinem Gehirn einen Freifahrtschein gebe!

Was war meine bisher größte Hürde?

Zum Glück bin ich ein Technik-affiner Mensch und empfinde die Auseinandersetzung an den Wochenenden mit dem technischen „Schnickschnack“ wie Mailprogramm und WordPress als machbar. Neue Dörfer, die ich mir erschließe, außerhalb jeglicher Komfortzone, jedoch nicht unüberwindbar. Da war die größere Hürde für mich, meinem Chef zu sagen, dass alles ok ist, ich aber mehr Kreativität und Unabhängigkeit brauche. Zu meiner großen Überraschung stieß ich auf Verständnis und wir klärten die Formalitäten. Die Gewerbeanmeldung regelte der Mitarbeiter im Bürgerbüro, indem er mich durchs Formular leitete und die Dame im Finanzamt war sehr hilfsbereit. Start meines Projekts war der 01.04.2020.

Rein ins Abenteuer: Experiment mit 100 Teilnehmern

Rein ins Abenteuer und Start in ein Experiment: Reisen, ohne eine Spur zur hinterlassen, ist nicht möglich. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir es in der Hand haben, über unsere Spuren zu entscheiden. Um mein Projekt voranzutreiben, möchte ich 100 Interviews führen, um genau herauszufinden, was eigentlich die Probleme und Wünsche sind.  Du bist genau richtig, wenn du dir schon einmal die Frage gestellt hast: „Ich würde ja gerne nachhaltig reisen, aber …“

Jede Reise ist für mich wie ein Experiment. Und im Experimentieren habe ich als Chemikerin Erfahrung. Sicherlich war es damals als Spaß gedacht, mir den „Lonely Planet Guide to Experimental Travel“ zum Abschluss des Studiums zu schenken. Reise-Ideen im Stil eines Laborjournals. Mit Spannung las ich das Buch und es führte bei mir dazu, immer wieder einen neuen Blickwinkel einzunehmen und die Neugier wach zu halten.

"Counter Tourism" aus The Lonely Planet Guide to Experimental Travel
Sightseeing in Frankfurt (am Römer 2010)

Bist du bei meinem Experiment dabei?

Rein ins Abenteuer. Du bist genau richtig, wenn du dir jemals die Frage gestellt hast: „Ich würde ja gerne nachhaltig reisen, aber …“

Dieser Beitrag entstand im Rahmen der aktuellen Blogparade von Michaela Schächner, welche meine Schreibmentorin Judith „Sympatexter“ Peters aufgegriffen und zur Wochenaufgabe gestellt hat. 

2 Kommentare zu „Mein Weg in die (Teil)-Selbständigkeit“

  1. Liebe Stefanie,
    ich finde es total mutig von Dir, Dich auf eigene Beine stellen zu wollen. Eine Selbständigkeit ist eine Herausforderung, es gehört soviel dazu, alles zu lernen. Gerade das Marketing war für mich eine große Hürde. Du gehst Deinen Weg und meisterst diese Hürden. Freu mich darüber, was Du in so einer kurzen Zeit schon alles erreicht und umgesetzt hast.
    Weiter so.
    Ganz viel Erfolg wünsche ich Dir auf Deinem Weg!
    Karina

    1. Liebe Karina,
      vielleicht bin ich so entspannt, weil es mein kleines Projekt ist. Es stimmt, es gehört so viel dazu und so viel neues zu lernen.
      Ich finde das sehr spannend.
      Viele Grüße
      Stefanie

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