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Auszeit in der heimischen Wildnis

Was gibt es Schöneres als sich einen kompletten Tag oder nur eine Stunde eine Auszeit zu gönnen? Eine Auszeit in der heimischen Wildnis!

Mit Partner und Familie unterwegs zu sein, ist natürlich geselliger und oft einfacher. Aber dann genau das zu tun, was einem Spaß macht, wirkt ja irgendwie unsozial. Da ist man schon mal gemeinsam weg oder hätte Zeit zu Hause und dazu will jeder beziehungsweise einer sein eigenes Ding machen. Geht ja auch nicht.

Warum sich also nicht bewusst dafür entscheiden und einmal einen Tag oder eben nur eine Stunde allein verbringen?
Fällt die Zeit für sich vom Himmel? Nein, in aller Regel nicht. Ein solcher Tag muss geplant, abgesprochen und vorbereitet werden.

Traditionell bietet das zweite Mai-Wochenende im Jahr eine perfekte Gelegenheit für eine Auszeit in der heimischen Wildnis, denn die „Stunde der Gartenvögel“ findet statt. Das ist eine ideale Kombination, um unsere heimische Wildnis kennenzulernen. Dieses Jahr, in 2020, findet diese Aktion zum 16. Mal statt. Allein im letzten Kalenderjahr haben 76.000 Beobachter mitgemacht und an 51.400 Orten gezählt. Fast 1,7 Millionen Vögel berichtet der NABU. Leider präsentieren sich unsere kleinen und großen Nachbarn nicht wie in einem Zoo. Man kann nicht von Gehege zu Gehege schlendern und die Attraktion sofort bewundern. Zum Glück! Denn das macht es spannend und lässt Raum für Abenteuer – schließlich ist es nicht möglich, vorauszuplanen was man entdecken wird. Tauben, die an Menschen gewöhnt sind, machen es einem leicht. Aber eine Nachtigall, die im Gebüsch sitzt und ihr Liedchen trällert, zwingt einen zur Geduld und zum „zur Ruhe kommen“, wenn man den braunen, unscheinbaren Vogel entdecken möchte.

Ideal ist es, wenn die Zeit schon früh morgens beginnt und man sich auf den Weg in einen spannenden Tag macht. Wenn die ersten Vögel ihre Stimmen erheben und sich bis dahin ein nettes Plätzchen gefunden hat. Der NABU unterstützt mit einem Meldebogen, so dass die häufigsten Vögel schnell zu erkennen sind.

Wenige Stunden nach Sonnenaufgang beginnt das reinste Vogelkonzert. Hier eine spezifische Vogelstimme herauszuhören, schaffen nur die geübten Profis. Aber jeder hat einmal angefangen! 

Fürs Vogelstimmentraining gibt es mittlerweile zahlreiche Produkte am Markt. Um sein Gehirn nicht zu überlasten, ist es günstig, sich 1-2 Stimmen zu merken und diese in der freien Wildbahn zu suchen. Idealerweise von Kandidaten, die nach Lebensraum-Beschreibung vor Ort vorkommen. Was nutzt es, wenn eine Lachmöwe von einer Ringelgans unterschieden werden kann, aber die Küste meilenweit entfernt ist? Da wäre die Unterscheidung Spatz – Amsel – Rabenkrähe hilfreicher. Letztlich ist es, wie Vokabel lernen: Werden die ersten beiden Vogelstimmen beherrscht, dann geht es weiter. Und nach und nach wird der eigene Wissensschatz immer größer und es steigt das positive Erfahrungserlebnis in der Natur und somit der Spaß.

Und wenn das Vogelfieber ausgebrochen ist, dann ist das Buch „Rabenschwarze Intelligenz“ angebracht. Ich bin mir sicher, dass jeder, der dieses Buch gelesen hat unsere Raben mit einem anderen Auge betrachten wird.

Falls es für dich neu ist, unseren heimischen Vögeln zu lauschen und diese zu beobachten, dann mach einfach mit!
Stuhl in den Garten stellen, Tee oder Kaffee mitnehmen und ein wenig Proviant. Den ausgedruckten Meldebogen dabei haben oder ein einfaches Notizbuch, damit das Smartphone nicht ablenken kann und los geht’s!
Oder in einen Park setzen und dort die bewusst genommene Auszeit genießen. Oder im Wald. Im Feld. Am See. Die Möglichkeiten sind grenzenlos!

Birdwatching ist ein Hobby, welches an jedem Ort mit wenig Ausrüstung möglich ist. Weltweit. Zu jeder Zeit. Wildnis pur.

Ein krönender Abschluss ist für die Auszeit auf jeden Fall garantiert. Denn lustigerweise ist es oft der schönste Moment des Tages, wenn alle wieder zusammen kommen und sich die Gelegenheit beim Abendessen bietet, von seinen Erlebnissen zu berichten. Der Gedanke wird nahe liegen, dass diese Zeit wichtig war und gut getan hat, aber man sollte seinen Lieben versichern, dass man sie vermisst hat. Ein kleines bisschen wenigstens.

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